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Investieren in der Krise


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Finanzkrisen sind Schuldenkrisen

Der erste Höhepunkt der aktuellen Finanzkrise betraf 2008 die Immobilienblase in den USA und in anderen Ländern, als massenweise weniger bemittelte Hausbesitzer ihre Zinszahlungen nicht mehr leisten konnten und Häuser nicht auf dem hohen Preisniveau zu verkaufen waren, das sich bis dahin eingestellt hatte.

Atuell stehen eine Reihe von Staaten an der Peripherie des EURO-Währungsraums im Fokus mit ihren überschuldeten Staatshaushalten. Mit der Herabstufung der Bonität Frankreichs hat das schwindende Vertrauen inzwischen Mitteleuropa erreicht.

Das globale Finanzsystem wird auf diese Weise labiler. Beispielsweise können die Zentralbanken vieler Länder, selbst wenn sie es zur Inflationsabwehr als nötig erachten sollten, die Leitzinsen nicht massiv anheben, weil die betreffenden Staaten dann ihren Zinsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Dabei kann es, wie heute schon in Ländern der Euroland-Peripherie, dennoch zur Erhöhung des Zinsniveaus kommen, zu dem die Staaten sich refinanzieren müssen, weil bei rückläufiger Bonität Kreditgeber einen Risikoaufschlag einfordern.


Abenteuerliche Kreditexpansion

Durch Kredite wird de facto Geld geschaffen. Kreditinstitute finanzieren die vergebenen Mittel zum erheblichen Teil ihrerseits über Kredite bei den Zentralbanken und nicht aus Spareinlagen oder anderen vorhandenen Mitteln.
Auf diese Weise pumpen die Zentralbanken Geld ins System. Man spricht vom Geldschöpfungsprozess ('Fiat Money'). Das Ganze ist zunächst weniger bedenklich als es klingt, denn durch Rückzahlung der Kredite wird das so geschaffene Geld wieder vernichtet.

Kreditexpansion liegt vor, wenn in größerem Umfang neue Kredite aufgenommen als alte zurückgezahlt werden. Das ist die Situation, in der wir uns seit Jahrzehnten befinden.
In Deutschland beschreibt der Begriff der Nettoneuverschuldung das Ausmaß der Kreditexpansion der öffentlichen Haushalte, d.h. das Anwachsen des Schuldenbergs.
Kreditexpansion resp. Nettoneuverschuldung ist auf lange Sicht abenteuerlich, wenn sie das Wirtschaftswachstum übersteigt.


Inflation und Blasenbildungen

Da durch eine lang anhaltende Kreditexpansion, die das Wirtschaftswachstum übersteigt, massiv Geld ohne Gegenwert ins System gebracht wird, sollte man meinen, dass Inflation die zwingende Folge ist. Zu einer klassischen Inflation ist es aber in den letzten Jahrzehnten bislang nicht gekommen oder höchstens temporär bei einzelnen Themen wie Energie und partiell bei Lebensmitteln und Mietpreisen. Industriell gefertigte Produkte sind in der Regel aufgrund des Produktivitätfortschritts sowie begrenzter Nachfrage bis auf weiteres eher von deflationären als von inflationären Erscheinungen betroffen. Die Konsequenzen sind bis dato woanders zu suchen. Das sich stetig vermehrende Geld landet, wenn es keine Inflation im herkömmlichen Sinne gibt, letzten Endes bei Vermögenswerten wie Immobilien oder Aktien. Dort gibt es dann massive Preissteigerungen. Man spricht von Blasenbildungen, die nichts anderes sind als eine spezifische Inflation bezüglich der betroffenen Vermögenswerte. Das ist das, was wir in den letzten Jahrzehnten erlebt haben.

Historisch betrachtet tendieren extrem verschuldete Staaten jedoch zur Entschuldung über die Geldentwertung, im äußersten Fall durch eine Währungsreform. Negative Realzinsen haben wir bereits bei Tagesgeldeinlagen und ähnlichen als sicher geltenden Anlageformen.


Persönliche Investitionen

Wie gehen wir mit dieser schlecht einzuschätzenden Gefahr der Geldentwertung um? Soweit möglich und sinnvoll, empfiehlt sich in der Krise, überschüssiges Geld nicht vollständig anzulegen, sondern teilweise auszugeben, möglichst in Form einer Investition in Sachwerte, die die finanziellen Belastungen in der Zukunft reduziert. Das kommt der Funktion des Geldanlegens nahe.

Beispiele für eine solche Investition in Sachwerte:

  • Wärmedämm-Maßnahmen an Wohneigentum
  • Investitionen in energieeffiziente Heizungssysteme
  • Investitionen in energieffiziente Haushaltsgeräte
  • Investition in ein energieeffizientes Fahrzeug
  • Erfüllen von Träumen
    Man kann sich sein Traumauto kaufen, seine Traumküche einrichten, sein Traumbadezimmer gestalten, seine Traumreise unternehmen oder welchen Traum auch immer erfüllen. Besonders sinnvoll ist dies, wenn man ohnehin 'irgendwann' seinen Traum realisieren und nicht nur träumen will. Warum dann nicht gleich oder in naher Zukunft, so die finanziellen Mittel verfügbar sind?



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www.horst-albrecht.de Stand: 10.1.2016