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Aufmerksamkeits-Lenkung


Grundschulkinder fördern

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Am Anfang meiner Fördertätigkeit hatte ich Schwierigkeiten, den Kindern das Runden von Zahlen beizubringen. Ich hospitierte zu diesem Zeitpunkt bei einer Lehrerin im Rahmen ihrer Mathematik-Förderstunde und übernahm den Trick, die Stelle, auf der zu runden ist, zu unterstreichen, und die folgende Stelle, die das Auf- oder Abrunden steuert, einzukreisen. Auf diese Weise wird der Fokus der Kinder auf die entscheidenden Stellen gelenkt.

Die Aufmerksamkeit der Kinder auf einprägsame Weise auf das jeweils Wichtige zu lenken gehört zu den bedeutendsten Herausforderungen bei der Förderung.

Beim Einmaleins beispielsweise kann man die Aufgaben des Typs 9· auf diese Weise vermitteln:

  • 2=20-2
  • 3=30-3
  • 4=40-4
  • ...

Eine andere Art von Aufmerksamkeitslenkung lässt sich beim Erlernen des Einmaleins mit dem Spickzettel-Trick erreichen.


Aufmerksamkeits-Lenkung bei der Rechtschreibung

Für die Rechtschreibung der leistungsschwächeren Kinder während ihrer normalen Textproduktion beim Aufsatz und Diktat genügt es nicht, die Kinder rein verbal zur Rechtschreibung anzuhalten. Die Kinder benötigen aktive strukturelle Handlungen, die sie auf die Rechtschreibung fokussieren.

Im 2. Schuljahrs ist das silbensynchrone Sprechschreiben eine hervorragende Methode, den Fokus auf die Details einer Silbe zu lenken. Beim silbensynchronen Sprechschreiben wird immer nur eine Silbe gesprochen und geschrieben. Das ermöglicht es den Kindern, sich auf die einzelnen Laute der Silbe zu konzentrieren, insbesondere auf den Vokal und auf die Einzellaute bei Konsonantenhäufungen.
In einem zweiten Schritt eignet es sich zum Automatisieren der Gesetzmäßigkeiten der deutschen Zweisilber. Die ie-Schreibung und Konsonantenverdopplung bei den deutschen Zweisilbern lässt sich auf diese Weise automatisieren, auch das Bewusstsein, dass der Vokal der 2. Silbe immer ein 'e' ist und dass die 2. Silbe nicht mit dem 'e' beginnt.

Ab dem 3. Schuljahr tritt die Strukturierung nach Vor- und Nachsilben, Endungen und Wortkern in den Vordergrund sowie die Struktur von zusammengesetzten Wörtern wie 'Fahrrad'.

Im Rahmen meiner Förderung verlange ich im Rahmen des Korrekturlesens von den Kindern, im Satz 'Ich habe mir den Finger eingeklemmt.' die Verbform 'eingeklemmt' explizit so zu strukturieren: ein¦ge¦klemm¦t. Die Darstellung fokussiert auf die Vorsilben und auf den Kern 'klemm'.

Ohne diese strukturierende Fokussierung schreiben leistungsschwächere Kinder manchmal 'beckommen' oder 'betzahlen'. Sie haben verinnerlicht, dass mitten im Wort meist 'ck' geschrieben wird und nicht nur 'k', bzw. 'tz' und nicht nur 'z'. Sie haben aber nicht verinnerlicht, dass dies nur für den Wortkern gilt, nachdem man die Vorsilben abgetrennt hat.

Der herausgearbeitete Wortkern besteht meist aus einer Silbe (siehe Beispiel 'klemm'). Für das wirksame Korrekturlesen ist deshalb die Fähigkeit wichtig, einsilbige Worte und Wortkerne so zu lesen, wie man sie geschrieben hat. Das übe ich ein.

Das segmentierende Fokussieren auf den Wortkern durch aktiv strukturierende Handlungen beim Korrekturlesen öffnet die Tür für die korrekte Schreibung des Kerns.




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www.horst-albrecht.de Stand: 19.10.2017