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Grundschulkinder fördern


Grundschulkinder fördern

Wie Kinder lernen

Lernen mit Wohlfühlfaktor

Elemente guter Förderung

Fallstricke

Raumlage-Wahrnehmungsstörungen

Mathematik

Deutsch


Die hier vorgestellten Anregungen entstammen meiner Förderpraxis mit Grundschulkindern in den Fächern Mathematik und Deutsch.

Meine Lösungen mögen hilfreich sein für diejenigen, die ebenfalls Kinder bei ihrer schulischen Entwicklung unterstützen, sei es als Elternteil, als Nachhilfelehrer oder als ehrenamtlicher Lernbegleiter. Auch für Lehrer mag die eine oder andere Ausführung als Anregung nützlich sein.

Umgekehrt freue ich mich über jede Rückmeldung, die mir bei der Förderung hilft.

Im Rahmen meiner Förderung möchte ich dazu beitragen, möglichst vielen Kindern an meiner heimatlichen Grundschule schulischen Frust zu ersparen und die daraus resultierenden möglichen Langzeitfolgen. Ich möchte im Gegenteil auch leistungsschwächeren Kindern zeigen, dass sie schwierige Themen bewältigen können.

Ich habe dabei immer wieder festgestellt, dass die Kinder weniger Probleme mit dem Verständnis der verschiedenen Themenkreise haben als mit den Fertigkeiten. Das gilt sowohl für die Rechen- als auch für die Lese- und Rechtschreibfertigkeiten. Den praktischen Fertigkeiten gilt deshalb mein Hauptaugenmerk.

Bei allem Streben nach guten didaktischen Lösungen haben die Erfolgserlebnisse der Kinder höchste Priorität. Wenn nötig, schraube ich die Anforderungen massiv zurück und arbeite auf ausgesprochen schlichte Weise mit den Kindern.
Von rechenschwachen Kindern erwarte ich keine echten mathematischen Fähigkeiten, das wäre unrealistisch. Vielmehr möchte ich ihnen die Mathematik im Sinne einer Gebrauchsmathematik vermitteln. Dabei lege ich durchaus Wert auf das grundsätzliche Verständnis von Zahlen, dem Dezimalsystem und den Rechenoperationen. Aber alles, was darüber hinausgeht, sehe ich ausschließlich im Sinne des Erwerbs guter Rechenfertigkeiten und ihrer Anwendung im praktischen Leben. Sachaufgaben haben deshalb einen recht hohen Stellenwert, aber nicht in dem Sinne, dass die Kinder quasi mathematisch modellieren sollen. Das Ziel ist vielmehr, dass die Kinder gängige Praxissituationen, z.B. beim Einkauf, rechnerisch meistern können.

Ein schwieriges Thema betrifft den Inhalt der Förderung in dem zeitlichen Rahmen, den man selbst und die Kinder aufbringen können und wollen.
Die Mathematik ist hier ein dankbares Fachgebiet, weil man hier mit guten didaktischen Ansätzen in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen nachhaltige Erfolge erzielen kann. Auch sind die einzelnen Themenbereiche teilweise unabhängig voneinander, so dass man hier, falls nötig, sich auch gezielt auf einzelne Themen konzentrieren kann.
Ganz anders sieht es in Deutsch aus. Die regelbasierte Rechtschreibung ist auf wenige Prinzipien beschränkt. Allerdings erfordert das Einschleifen dieser Prinzipien enorm viel Zeit, jedenfalls wenn man das nachhaltige Beherrschen im Fokus hat. Im Prinzip müsste man bei allen Schreibaktivitäten anwesend sein und auf die richtige Handhabung achten, zum Beispiel beim silbenorientierten Sprechschreiben. Aber bereits das Lesenlernen ist nicht selten sehr aufwendig, wohl weil die Kinder zu Hause nicht die notwendigen Anregungen erfahren, die bereits im Vorschulalter gefragt sind.
Wenn man nicht sowohl als Fördernder als auch als betroffenes Kind enorm viel Zeit aufbringen kann, ist eine Förderung in Deutsch fragwürdig, jedenfalls wenn man dem Kind nachhaltig helfen will. Mehr als fördernde Personen haben Lehrer Zeit zum Einschleifen der Rechtschreibung, sofern sie sich mehr an den Voraussetzungen der leistungsschwächeren Kinder orientieren und entsprechende didaktische Ansätze nutzen. Die FRESCH-Methode beispielsweise zeichnet sich durch ihre Einfachheit aus, wobei sie aber für alle Schüler sinnvoll ist. Wichtig für nachhaltigen Erfolg ist aber das ständige aktive Praktizieren bei allen Schreibaktivitäten.
Beim Lesenlernen von sehr leistungsschwachen Schülern haben allerdings auch die Lehrer nicht die notwendigen zeitlichen Ressourcen.

Ein Freund, mit dem ich viele schöne Wanderungen unternommen habe, hat mich immer wieder mal gefragt, warum ich das eigentlich mache. Seine Hauptargumentation bezieht sich auf die Verantwortung der Eltern. Das ist für mich irrelevant, denn was können die Kinder dafür, wenn ihre Eltern ihnen nicht hinreichend viele und gute Anregungen geben können oder wollen. Das ist für mich eher ein Argument, warum man diesen Kindern helfen sollte.
Ein anderes Argument trifft mich allerdings sehr. Denn mit einer guten Förderung kann man den Kindern in der Grundschulzeit helfen. Was ist dann aber später auf der weiterführenden Schule? Wirklich leistungsschwache Schüler werden spätestens dann Probleme haben und wenig erfolgreich sein. Wozu war dann die Förderung in der Grundschule gut? Wenn man den schulischen Erfolg im Fokus hat, ist das ein schwer wiegendes Argument.
Es gibt aber mehr als nur Schule. Im praktischen Leben haben gerade die Themen der Grundschule allgemeine Bedeutung. Jeder sollte rechnen, lesen und schreiben können. Deshalb ist, wenn nötig, eine Förderung sinnvoll. Allerdings nur, wenn sie nachhaltig ist, d.h. diese Fähigkeiten auch später im Leben genutzt werden können.

Was mich betrifft, so steht mir, wenn ich denn wieder in die Schule kann, krankheitsbedingt weniger Zeit für die Förderung zur Verfüügung als vor der Coronaplage. Ich werde mich dann auf die Mathematik-Förderung konzentrieren.




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www.horst-albrecht.de Stand: 5.5.2021