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Diskrepanz zwischen Lehren und Lernen

Das Lösen von Aufgaben ist von zwei Aspekten geprägt

  1. Wie komme ich zu meinem Ergebnis? (der Weg zum Ziel)
  2. Was ist mein Ergebnis? (das Ziel)

Die Kerndiskrepanz zwischen Lehren und Lernen ist, vor allem beim Arbeiten mit leistungsschwächeren Kindern in der Grundschule:

  1. den Lehrenden interessiert primär der Weg zum Ziel
  2. den Lernenden interessiert primär, ob er am Ziel angelangt ist, und falls das nicht der Fall ist, wie er schnellstmöglich ohne großen Aufwand das Ziel doch noch erreicht.

In vielen Aufgabensituationen gibt es nur zwei mögliche Ergebnisse. Wenn man als Lehrender in einer solchen Situation ein falsches Ergebnis anspricht, präsentieren die Kinder gerne ohne weitere Überlegungen das übrigbleibende korrekte Ergebnis.

Grundlegende Abhilfe ist, zwischen Lern- und Lernkontrollsituationen zu unterscheiden.

In Lernkontrollsituationen, in denen man als Hypothese davon ausgeht, dass die Kinder den Lerngegenstand hinreichend gut beherrschen, kann man kleine Aufgabengruppen zusammenstellen und während des Lösens bewusst jedwelche Kommunikation mit dem Kind unterlassen.
Ich leite das gerne damit ein, dass ich dem Kind sage, dass ich jetzt sicher bin, dass es den Stoff beherrscht, also keine Hilfe braucht, und wende mich regelrecht vom Kind ab, nachdem ich ihm vermittelt habe, dass ich natürlich helfe, wenn es denn Hilfe brauchen sollte.
Es stärkt die Sicherheit und das Selbstbewusstsein, wenn ein Kind vollkommen eigenständig seine Lösungen erarbeitet.

In Lernsituationen kann man sich als Teil der Aufgabenstellung wichtige Zwischenergebnisse und/oder Begründungen grundsätzlich präsentieren lassen, nicht nur im Fehlerfall.


Übergeneralisierung

Versucht man den Kindern in einer Lerneinheit viele Wörter beizubringen, bei denen der f-Laut mit 'v' verschriftet wird, werden die Kinder anschließend zu viele f-Laute mit 'v' schreiben.

Deshalb ist es wichtig, derartige Sonderschreibweisen in betont kleinen Einheiten zu vermitteln, die zeitlich deutlich getrennt sind. Dann kommt nicht die Vermutung auf, dass die v-Verschriftung häufig vorkommt.

Übergeneralisierung ist die Nebenwirkung der Tatsache, dass Kinder hervorragende implizite Lerner sind und dabei Generalisierungstechniken anwenden müssen. Es liegt in der Verantwortung der Lehrenden, das wertvolle Generalisieren nicht zum unerwünschten Übergeneralisieren führen zu lassen.




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www.horst-albrecht.de Stand: 19.10.2017